Das Jahr

 

Januar: Mütze Jacke Hose Stiefel

Februar: Jacke Hose Stiefel

März: Pullover Hose Stiefel

April: Pullover Hose Schuh

Mai: Hemd Hose Schuh

Juni: Hemd Shorts und Schuh

Juli: Hemd und Shorts

August: Pullover und Shorts

September: Pullover und Hose

Oktober: Pullover Hose Schuh

November: Jacke Hose Schuh

Dezember: Mütze Jacke Hose Schuh

 

 

 

 

Erläuterungen:

Die Sonne scheint von oben herab. Darin liegt die Quelle und die Richtung des Lichts. Die Änderung der Kleiderordnung bewegt sich also von oben nach unten: Verzichtet wird, vom kältesten Monat ausgehend, zunächst auf Mütze, dann auf die Jacke. Nicht erwähnt, da nicht einsehbar, ist die lange Unterhose, die nun weggelassen wird, während als letztes die Stiefel dem leichteren Schuh weichen. Im April steht unsere Frühlingskleidung: Pullover, Hose, Schuhe. Der Pullover ist dabei durchaus zu verstehen als Pull Over, Juppe, Jäckchen, im Gegensatz zur schwereren Jacke (ggf auch: Mantel) des Winters. Wieder setzt die Änderung von oben ein, da es von oben warm wird: Hemd im Mai, kurze Hose im Juni, barfuß im Juli (wobei unsere zivilisationsverwöhnten Füße oft nicht barfuß laufen, sondern sich mit Sandalen oder Latschen vor den Untergründen schützen).

Auch wenn es wieder kälter wird, setzt die Änderung von oben ein: Die Sonne verliert an Kraft, aber die Wärme ist noch in der Erde gespeichert. Deswegen tragen wir im August wieder eine Juppe, im September wieder die lange Hose, und erst im Oktober wieder Schuhe.

Schematischer wäre die Abfolge Mütze Pullover Hose Schuh im November und Mütze Jacke Hose Schuh im Dezember, aber ich habe es gedreht, um die klassische Bekleidungsformel Jacke Hose Schuh im November zu realisieren, entsprechend Hemd Hose Schuh im Mai. Es darf nicht vergessen werden, das dies eine schematische Darstellung ist. Allein der Pullover hat hier viele Nuancen, von dem leichten Sommerjäckchen bis hin zum schweren Norweger oder der Fleecejacke, die Hose, die im Winter ergänzt wird durch die nicht erwähnte Unterbekleidung etc etc.

Die Schuhe reichen bis in den Dezember, da immer noch Wärme im Boden ist. Erst im Januar müssen die Winterstiefel hervorgeholt werden.

 

Der tiefere Sinn liegt im Streben nach dem Natürlichen Leben. Mein Meister sagte immer: „Ihr wollt mit der Natur leben? Dann fangt damit an, die Jahreszeiten zu beachten! Kleidet Euch gemäß den Jahreszeiten, plant im Frühjahr, arbeitet im Sommer, sammelt im Herbst und ruht im Winter.

Sich nach den Jahreszeiten zu kleiden klingt einfach, aber der Teufel steckt im Detail. Wer im Mai unter dem Eindruck der schweren Sonne den Tag barfuß genießt, bereut das oft genug mit einer langwierigen Sommererkältung. Die Barfußsaison beginnt spät und endet spät. Das das so ist, liegt an der Bewegungsrichtung der Elemente: Yang ist der Himmel, Yin ist die Erde. Von oben kommt der Sommer, er dringt in die Erde ein und speichert sich da noch, während von oben längst schon wieder die kalte Zeit begonnen hat. Im November ist der Waldboden noch grün, während die Äste oben kahl sind. Diese Bewegungsrichtung habe ich in meinem Gedicht einfangen wollen. Sie zu erkunden und wahrzunehmen ist ein Ergebnis meiner Beschäftigung mit QiGong und der Natur der Elemente. Die Einfachheit, die aus den Zeilen spricht, entspringt der Durchdringung der Materie und ist nicht banal. Das muß ich hier einmal so unbescheiden sagen, damit die Unverständigen Leute nicht behaupten können, ich würde nicht über den Simplizismus hinausdenken. Das hat alles Sinn und tieferen Hintergrund. Eigentlich spricht das Gedicht für sich, aber heutzutage weiß man nie ...