Ein Regenbogen ist doch ein schönes Bild für eine Bibelübertragung. Im Laufe meiner Arbeit an Geschichten bin ich an den Punkt gekommen, zu realisieren, daß ich die Bibel, die Urmutter der Bücher, gar nicht richtig kannte. Nie hatte ich sie gelesen, wohl mal angefangen und hier und da was, aber die Bibel als Ganzes kannte ich nicht. und da dachte ich mir, was lese ich dies und das, und kenne die Bibel noch nicht einmal?

Ich habe aus der Familie meiner walisischen Großmutter, die ich nie kannte, eine King James Bibel von 1873. Die ist schon arg zerflettert, weniger durch Gebrauch, als durch Zeit. Und in der lese ich jetzt.

Dann fing ich an, mir auch die Zeit zu nehmen, einzelne Kapitel und Bücher in ein Deutsch zu übertragen, das mir selbst die Geschichte erfahrbar macht. Aber ich übertrage nicht alles. Ich kürze und lasse weg, was mir selber redundant erscheint. Ich erstelle mir selber also eine Fassung, die ich verstehe. Im Idealfall wähle ich für die Übersetzung eine Sprache, die geeignet ist, den Geist des Textes über die Jahrhunderte hinweg ins Heute zu transportieren, um Ihnen, werter Leser, den uralten Stoff griffig darzubieten.

Ich selber betrachte mich als Taoist. Ich gehe einen Weg. Ich komme aus einer christlich geprägten Kultur, die Beschäftigung mit der Bibel ist insofern für mich Beschäftigung mit meinem Ursprung. Hier sind die Mythen zu finden, die unser Denken über Jahrtausende geprägt haben. Eine müßige Beschäftigung kann das nicht sein.